Burkhard Kastenbutt/Heinz-Werner Müller (2019):

Junge Mehrfachabhängige und Suchtselbsthilfe. Eine Studie zu Herausforderungen für Selbsthilfegruppen und Verbände. Nor-derstedt. ISBN-10: 3749467005


Bei der Studie handelt es sich um eine Befragung von mehr-fachabhängigen Jugendlichen und jungen Erwachsener, die eine Therapie in niedersächsischen Fachkliniken, Ambulanzen, Adaptions- und Bera-tungsstellen absolviert haben. Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie sich die Suchtselbsthilfe in Zukunft nach innen und außen präsentieren muss, um für die junge Generation der Suchtkranken inter-essant zu sein. Eine solche Analyse erschien wichtig, da junge Betrof-fene in solchen Gruppen immer noch unterrepräsentiert sind. Einbe-zogen wurden dabei auch ihre Vorbehalte und Bedenken, die einer mög-lichen Gruppenmitgliedschaft entgegenstehen. Die Ergebnisse der Studie machen überaus deutlich, dass ein großer Teil der Befragten ein reges In-teresse an Suchtselbsthilfegruppen hat und für eine aktive Teilnahme am Gruppengeschehen offen ist. Dies setzt jedoch voraus, dass sich die Suchtselbsthilfe für die Belange junger Mehrfachabhängiger stärker öff-net und hinsichtlich ihrer Integration und ihres Verbleibs neue Wege be-schreitet. 



Sozialwissenschaftlich orientierte Suchtforschung 


Im Rahmen unserer Forschungstätigkeit beschäftigen wird uns u. a. mit den Ursachen des Konsums psychoaktiver Substanzen und der Suchtgenese im Jugend- und Erwachsenenalter. Im Fokus einer solchen sozialwissenschaftlich orientierten Sucht-forschung steht das interdependente Zusammenspiel gesell-schaftlicher, sozialer und psychischer Faktoren. Eine solche Sichtweise erscheint wichtig, da der Drogenkonsum und die damit einhergehenden Erfahrungen nicht einem pharma-kologisch induzierten Ablaufmuster folgen, sondern im Wesent-lichen kulturell geprägt und von  gesellschaftlichen Steuerungs-mechanismen beeinflusst sind.  


Zwar existiert in der modernen Suchtforschung eine vage Vor-stellung von der Multidimensionalitat des Drogenkonsum-verhaltens, die bisher aber noch als zu grob gerastert zu charak-terisieren ist. Einzubeziehen in eine solche Analyse sind makro-strukturell bestimmte Lebens- und Existenzbedingungen, die sich im Kontext subjektiver Wirklichkeit in den Individuen repro-duzieren. Süchtig psychische Abweichung stellt sich in diesem Zusammenhang als eine mögliche Form harmonisierender und resignativer Varianten im Kontext psychosozialer Abwehr-mechanismen dar. Daran gilt es in der heutigen Suchtforschung anzusetzen, wenn durch Suchtprävention auf Dauer bessere und nachhaltigere Ergebnisse erzielt werden sollen.  

 

Leistungen des ISG

Im Rahmen quantitativer Sozialforschung (Erhebung von Daten) sind wir auf folgende Methoden spezialisiert: schriftliche Befragung, Beobachtung, Experiment und Inhaltsanalyse. Aber auch im Bereich der qualitativen Sozialforschung sind wir aktiv, wenn es z. B. um die Durchführung von Interviews oder ähn-lichen Methoden geht.


Ein besonderer Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Arbeit bezieht sich auf die Evaluationsforschung. Evaluation ist eine interdisziplinär angelegte wissenschaftliche Dienstleistung, die auf empirische Daten gestützt ist und ausgewiesene Kriterien systematisch beschreibt und bewertet. Dabei geht es konkret um die Bewertung bzw. Begutachtung von Projekten, Prozessen und Organisationseinheiten.


Im Rahmen der Evaluationsforschung werden Daten metho-disch erhoben und systematisch dokumentiert, um die Untersu-chung, das Vorgehen und die Ergebnisse nachvollziehbar und überprüfbar zu machen. Zur Erfassung von externen Daten gehören u. a. Befragung, Beobachtung, Monitoring, Test, Frage-bogen, und Materialanalyse. Evaluation muss unserer Meinung nach Gütekriterien erfüllen, wozu Nützlichkeit und Objektivität, aber auch Reliabilität, Validität, Ökonomie und Normierung ge-hören.


Wir sind offen für kleinere und größere Forschungsaufträge und blicken auf reichhaltige Erfahrungen im Bereich der quan-titativen und qualitativen Forschung zurück. Dies bezieht sich vor allem auf empirische Untersuchungen im Gesundheits- und Sozialbereich (Gesundheitssystemgestaltung, Gesund-heits-förderung und Prävention, Pflege, Selbsthilfe, Sucht und Suchtprävention). 


Wenn Sie uns kontaktieren wollen, so erreichen Sie uns unter:

Tel.: 0541 804191 oder E-Mail: healtheducation@t-online.de  

 

Kontakt:
Dr. Burkhard Kastenbutt

healtheducation@t-online.de

 

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